Donnerstag, 04 Juli 2013 23:34

Bericht der Mittelbayerischen Zeitung zum Spatenstich Neubau Berufsschulzentrums Cham

Bericht der Mittelbayerischen Zeitung vom 24.06.2013 zum Spatenstich zum Neubau des Berufsschulzentrums Cham

„Ein guter Tag für die Bildung“

Laut Landrat Franz Löffler war es ein Schritt in der Bildungsoffensive. Am Technologie Campus wurde der Spatenstich vollzogen.

Ein Bericht der Mittelbayerischen Zeitung vom 24.06.2013 von Johannes Schidermeier

 

CHAM. Sie war hart diskutiert, die Entscheidung für eine neue Berufsschule in Cham. Seit der endgültigen Entscheidung im Kreistag ist der Standort Badstraße neben dem Technologie Campus dem Landkreis nicht nur lieb geworden. Er wird auch teuer. 30 Millionen Euro soll das Großprojekt kosten, das Landrat Franz Löffler beim Spatenstich am Montag als einen weiteren Schritt in der Bildungsoffensive bezeichnete.

 

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Vier Berufsschüler griffen mit den Ehrengästen zum Arbeitsgerät beim Spatenstich für ihre neue Schule in der Badstraße. (Foto: Schiedermeier)

 

Am Rednerpult direkt nach dem Landrat blickte Regierungspräsidentin Brigitta Brunner zunächst ratlos auf die zahlreichen Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Berufsschule. „Der Herr Landrat hat eigentlich alles schon gesagt. Ich lobe jetzt einfach!“ Das tat sie dann auch. Die neue Berufsschule in Modulbauweise sei eine äußerst kluge und zukunftsorientierte Entscheidung gewesen, so die Regierungspräsidentin. „Wie die Zukunft unserer Gesellschaft aussieht, das entscheidet die Gegenwart unserer Kinder“, zitierte Brunner den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Dieser Satz werde im Landkreis Cham gelebt.

 

 

Das Ergebnis: „Wahnsinn!“

 „Das ist heute ein guter Tag für die Bildung“, so die Regierungspräsidentin. Das sei so nicht vorhersehbar gewesen, erinnerte sie sich. Als sie ihr Amt angetreten habe, da sei ihr als Erstes eine Ausarbeitung über die künftig zu beschulenden Berufsbilder in der Oberpfalz vorgelegt worden. Das Ergebnis: „Wahnsinn! – Hätten wir das alles so laufenlassen, wie es lief, dann hätte sich eine Anordnung der Schulen entlang der Autobahnen in den Ballungsräumen ergeben. Wir wollten aber gleichwertige Bildungsbedingungen im ganzen Bezirk. Das Ergebnis war ein Geben und Nehmen. Und bis zu einem gewissen Punkt auch Investitionssicherheit für die Landkreise.“

 

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„Ein Rathaus mit Herz“ - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/noerdlingen/Ein-Rathaus-mit-Herz-id25670881.html

Landrat Franz Löffler freute sich mit den Ehrengästen über den Baubeginn

  Allerdings machte die Regierungspräsidentin auch klar, dass es in einigen Punkten auch weiterhin keine letzte Sicherheit gibt. „Heute weiß niemand, ob der Ausbildungswille der Firmen anhält und wie sich die Berufsbilder verändern.“ Das einzige Rezept gegen Landflucht und Azubi-Mangel sei eine gediegene Ausbildung und eine gerechte Bezahlung, so Brunner. Landrat Franz Löffler erinnerte sich an harte Zeiten. „Uns hat am Anfang fast der Schlag getroffen, als wir erfahren haben, welche Ausbildungsberufe wir abgeben müssen. Aber am Ende ist es eine ausgewogene Sache geworden!“

 

 

Dickes Lob für die IHK-Idee

 Ein besonders dickes Lob des Landrates erhielt die IHK. Von ihr sei als Erstes die Idee gekommen, in der Badstraße zu bauen, direkt neben dem Technologie Campus. „Das ermöglicht uns heute, akademische und duale Bildung an einem Standort zusammenzuführen“, so Löffler.

 

Als der Landkreis die neue IHK-Idee endlich liebgewonnen hatte, da wurde sie ihm auch gleich richtig teuer. „Da hat der Kreistag schon geschluckt, als die 30 Millionen auf den Tisch kamen. Ohne die Krankenhaus-Entscheidung wäre das nicht gegangen.“

 

 

 

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Architekt Engl von der ARGE Obel + Partner (Donauwörth) und Engl + Meindl (Cham) schilderte die Grundzüge des 30 Millionen-Projekts.

 

„Einfach? – Das könnte jeder!“ 

Architekt Hans Engl stelle die Module der neuen Berufsschule vor und meinte zum ambitionierten Bauzeitenplan: „Da muss alles passen. Nur so können wir Ende 2014 das Modul 1 fertig haben.“ Darauf der Landrat: „Wenn es einfach wäre, könnte es jeder.

Christa Strohmeier-Heller, Chams 2. Bürgermeisterin, dankte allen, die Steine für den Spatenstich aus dem Weg geräumt haben. Insbesondere dem Kanuclub, der Teilflächen verkauft und damit die Erschließung ermöglicht habe. Sie freue sich auf den Moment, an dem die Schule in Betrieb gehe und hoffe, dass die Module zügig verwirklicht würden.

Genau das wünschte sich auch Berufsschul-Leiterin Elisabeth Fäth-Marxreiter. Sie wies auf die unhaltbare Situation in den jetzigen Räumen hin, in denen für rund 500 Schüler derzeit nur drei integrierte Fachräume vorhanden seien. „Die Räume sind neben Lehrern und Mitschülern der 3. Pädagoge. Ihre Wirkung sollte nicht unterschätzt werden“, so die Schulleiterin. Sie bat dringend, den Zeitrahmen einzuhalten, weil die Schule einen zusätzlichen Standort zu betreuen habe, bevor alle umgezogen seien. Nach dem Spatenstich feierten alle noch bei einem Stehimbiss zu den Klängen der „Kloanen Blosmuse“ den baldigen Baubeginn.


 
 

Zahlen und Daten

Nach Jahren der Diskussion hat der Kreistag am 25. Juli 2011 beschlossen, dass ein Konzept verwirklicht werden soll, das eine fächerübergreifende Berufsausbildung im Landkreis Cham ermöglicht.

Aus ursprünglich fünf Standorten wurden letztlich drei. Bad Kötzting erhielt zum Ausgleich den Gesundheitscampus und Waldmünchen die Technikerschule für erneuerbare Energien.

Die Berufsschulausbildung soll künftig an den drei verbliebenen Standorten stattfinden.

In Cham werden die Bereiche Elektro, Mechatronik, Kfz, Metallhandwerk, kaufmännische Berufe, Gesundheit und Ernährung zusammengefasst.

In Roding befindet sich das Zentrum für industrielle Metallbearbeitung.

In Furth im Wald entsteht ein Baukompetenzzentrum.

Die neue Berufsschule in Cham entsteht in direkter Nachbarschaft zum Technologie-Campus in der Badstraße. Es wird insgesamt 30 Millionen Euro kosten und soll bis 2018 fertiggestellt sein. Nach einstimmigem Beschluss des Kreistages wird die Schule in fünf Modulen gebaut.

Das Modul 1 wird rund zehn Millionen Euro kosten. Es ist das größte und wichtigste und enthält insbesondere die elf integrierten Fachunterrichtsräume für Elektrotechnik, drei Labore und einen Bereich für Lehrer und Verwaltung sowie die gesamte Haustechnik für alle Module.

Modul 2 wird nach der Inbetriebnahme von Modul 1 im Herbst 2014 begonnen und soll den Kfz-Mechatronikern eine neue Heimat geben.

Modul 3 soll – soweit finanziell zu schultern – gemeinsam mit Modul 2 errichtet werden und wird die Einrichtungen für Anlagenmechaniker und das Metallhandwerk beherbergen.

Modul 4 enthält schließlich die Unterrichts- und Fachräume für Wirtschafts-, Ernährungs- und Gesundheitsberufe.

Als Modul 5 angedacht ist eine Einfachturnhalle.

Die Kosten für Modul 1 liegen bei 7,93 Millionen Euro für das Gebäude, 720 000 Euro für den Grunderwerb und 1,35 Millionen Euro für die fachspezifische Ausstattung.

Der Landkreis finanziert mit 5,29 Millionen an Eigenmitteln und erhält Förderung aus dem Finanzausgleich in Höhe von 2,64 Millionen. Die Fachausstattung wird gesondert gefördert.

Die Baumeisterarbeiten werden heute an die Firma Feldbauer (Roding) vergeben und belaufen sich auf 1,62 Millionen Euro.

 

Geplant wird die Berufsschule von der ARGE Obel + Partner (Donauwörth) und den Chamer Architekten Engl + Meindl.

   
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